Weihnachten am „Miteinand“

„Warum macht ihr eigentlich eine Weihnachtsfeier in der Flüchtlingsunterkunft? Da wohnen doch nur Muslime.“ Mit dieser Frage werden die Ehrenamtlichen des Helferkreises Asyl Lenggries in der Adventszeit immer wieder konfrontiert. Und auch die Geflüchteten kennen die ungläubigen Blicke von Mitschülern und Arbeitskollegen, wenn sie von dem Christbaum am „Miteinand“, dem Plätzchenbacken mit den Paten oder dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern berichten.

„Für uns in Syrien war es ganz normal, mit unseren christlichen Freunden Weihnachten zu feiern“, erzählt Ahmad aus Daar. Tür an Tür hätten in seiner Heimatstadt Christen und Muslime gewohnt und es sei ganz selbstverständlich gewesen, dass man sich zu den großen Feste der anderen Religion wie eben zu Weihnachten und zum Zuckerfest gegenseitig besucht und beschenkt hätte.

Weniger offen war das Leben in Afghanistan und so genießen es gerade die afghanischen Kinder in Lenggries sehr, von ihren deutschen Freunden und Betreuern die Bräuche der Adventszeit kennenzulernen. Seit dem 1. Advent treffen sie sich jeden Abend im Gemeinschaftsraum des Helferkreises Asyl, im „Miteinand“, um den ehrenamtlichen Helferinnen zuzuhören, die Weihnachtsgeschichten vorlesen, oder gemeinsam zu singen und zu basteln.

Vor der Weihnachtsfeier schmückten die Bewohner der Asylunterkunft an der Geiersteinstrasse gemeinsam die kleine Fichte, die der Bauhof der Gemeinde dem Helferkreis geschenkt hatte, mit bunten Kugeln und Lichtern. Die Paten und Helfer brachten Früchtepunsch, Tee und Gebäck, die Kinder tischten die gemeinsam gebackenen Plätzchen auf. Mit Einbruch der Dämmerung stimmte die Musikpädagogin Ingrid Schneider das erste Lied noch unter dem Christbaum an, im Laufe des Abends nutzte man das Miteinand, um dort begleitet von dem afghanischen Pianisten Zadek Wahedi zu singen. Und da bei einer Weihnachtsfeier die Geschenke nicht fehlen dürfen, gab es für jeden kleinen Sänger eine Tüte vom Nikolaus.

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