Bürgermeister Weindl vergibt Ehrenamtsnachweise

Ehrenamtliches Engagement ist keine Selbstverständlichkeit und oft lassen Beruf und Familie keine Zeit, sich noch an Vereine, Kirche oder Interessengruppen langfristig zu binden. Als sich der Helferkreis Asyl Lenggries im September 2014 gründete, war aber insbesondere den Frauen und Männern, die eine Patenschaft für Geflüchtete übernahmen, schnell klar, dass sie hier viel Energie und Zeit investiert würden.

Damit, dass sich das Engagement aber über Jahre ausdehnen würde, haben die Wenigsten gerechnet. Doch die Dankbarkeit der Schützlinge, die vielen Begegnungen und die Freude über die Fortschritte bei der Integration entschädigen für vieles. Darin waren sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Paten, die am vergangenen Dienstag von Bürgermeister Weindl geehrt wurden, einig.

Wie wichtig das Engagement der Ehrenamtlichen gerade im Bereich der Flüchtlingshilfe für die Gemeinde Lenggrie ist, unterstreicht Bürgermeister Weindl seit 2015 zweimal im Jahr mit einer Einladung zu einem großen Helferkreistreffen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden gleich sechs Mitglieder der Arbeitsgruppe Paten für ihr besonderes Engagement geehrt. Mit einer Urkunde und einem kleinen Geschenk bedankte sich Werner Weindl aber auch bei einem der Geflüchteten. Denn der Senegalese Coly Balde engagiert sich nicht nur ehrenamtlich im Organisationsteam des Heimspielcups, sonder unterstützt fast täglich das Team im Pflegeheim Lenggries bei der Betreuung pflegebedürftiger Senioren.

 

Erster Bastelnachmittag für Weihnachten

Schon sind die Berge des Isarwinkels weiß gezuckert und in den Schaufenstern macht die Herbstdekoration langsam Platz für Kerzen und Adventsschmuck. Die Weihnachtszeit rückt näher und so haben sich Paten und Helfer bereits mit den Kindern der Lenggrieser Flüchtlingsfamilien zu einem ersten Bastelnachmittag getroffen. Wie im vergangenen Jahr wollen die Mädchen und Jungen aus Afghanistan und Syrien mit selbstgestalteten Karten und Geschenken die Bewohner des Hauses der Senioren in Lenggries überraschen. Alle Kinder haben Oma und Opa in den Heimatländern zurücklassen müssen und geben sich deshalb ganz besondere Mühe, um den älteren Menschen in Lenggries eine kleine Freude zu machen. Die Geschenke werden auf der Weihnachtsfeier für die Senioren am 16. Dezember überreicht.

Erste Arbeiten am Kasernensportplatz

Sport integriert und Fußball ganz besonders: 30 junge Männer aus Afghanistan, Eritrea, Somalia und dem Senegal treffen sich regelmäßig mit einheimischen Jugendlichen in Lenggries zum Kicken. Nachdem der Sportplatz an der Mittelschule künftig nur noch für den Schulsport genutzt werden soll, stellt die Gemeinde Lenggries den Geflüchteten nun den großen Rasenplatz auf dem Kasernengelände zur Verfügung. Gemäht wird der Rasen regelmäßig von den Mitarbeitern des Bauhofes, für die Platzpflege sind die Geflüchteten aber selbst zuständig. Doch die Rasenpflege ist eine Kunst für sich und ohne Unterstützung von kundigen Fachleuten tun sich selbst einheimische Laien mit der richtigen Behandlung des Grüns schwer. Die Geflüchteten bekamen deshalb Unterstützung von der Landschaftsgärtnerei Martin in Lenngries. Kostenlos wurden die Nachwuchskicker in die Kunst des Säens und Walzens eingeführt, die Kosten für das Material übernimmt der Helferkreis. Die Aussicht im Frühjahr auf „englischem Rasen“ zu spielen, motivierte ganz offensichtlich. Die Fotos unserer Aktion finden sich in der Bildergalerie.http://asyl-lenggries.de/bildergalerie/

 

 

Einladung zum Friedensgebet

Das Datum des 9. November steht zugleich für verghängnisvolle und glückliche Momente der deutschen Geschichte. Während der 9. November 1918, an dem die erste deutsche Demokratie ausgerufen wurde, und der Hitler-Ludendorff-Putsch am  9. November 1923 in den Gedenkstunden dieses Tages kaum eine Rolle spielen, prägen vor allem zwei Ereignisse unsere Erinnerungen: der 9. November 1938 und der 9. November 1989. Die Reichspogromnacht, in der vom 9. auf den 10. November 1938 zahlreiche Synagogen in Brand gesteckt wurden und unzählige unsere jüdischen Mitbürger gedemütigt, misshandelt und sogar ermordert wurden, steht für das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Die Bilder von den tanzenden Menschen auf der Berliner Mauer am 9. November 1989 symbolisieren dagegen das Ende der kommunistischen Diktatur in Deutschland und Europa und stehen damit für einen der Höhepunkte unserer jüngsten Geschichte.

Wie in jedem Jahr nutzen die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde und die muslimische Glaubensgemeinschaft Bad Tölz den 9. November zu einem besonderen Gebet: rund um die Mariensäule in der Marktstrasse treffen sich Gläubige aller Konfessionen und Religionen, um für den Frieden in der Welt zu beten. Die Organisatoren wenden sich mit ihrer Einladung ausdrücklich an die Geflüchteten und die Helferkreise im Landkreis, da die Fürbitten für die Verbliebenen in den Herkunftsländern auch in diesem Jahr im Mittelpunkt der Gedenkfeier stehen.

Sarah Huber unterstützt Helferkreis Asyl

Sarah Huber hat sich für eine ganz besondere Tätigkeit entschieden: die 19jährige Lenggrieserin möchte ein Jahr lang für die Gemeinde Lenggries im Bereich Asyl und im Jugendtreff arbeiten. Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) hofft sie in ihren Interessengebieten „Sozialarbeit“ und „Kunst“ praktische Erfahrung zu sammeln. „Nach dem Abitur in Hohenburg war ich mir nicht sicher, was ich genau machen möchte. Dank des Angebotes der Gemeinde in diesen Bereichen ein FSJ zu absolvieren, habe ich jetzt ein Jahr Zeit, für mich selbst das Richtige zu finden“, fasst Sarah ihre Gründe, sich beim Träger der Stelle, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), zu bewerben, zusammen. Außerdem arbeitee sie gerne mit Kindern und Jugendlichen und habe als ausgebildete Jugendleiterin und Tutorin schon jahrelang Erfahrung in diesem Bereich gesammelt.

Für den Helferkreis ist sie keine Unbekannte: Sarah hat sich von Anfang an bei der Betreuung geflüchteter Kinder eingebracht und dabei maßgeblich zur Integration der Jüngsten im Isarwinkel beigetragen.Für die kommenden Monate hat sie sich einiges vorgenommen: „Im Jugendtreff werde ich Stefan Müller-Laugk dabei unterstützen, Veranstaltungen und Projekte konkret für Mädchen und junge Frauen anzubieten. Im Asylbereich interessiert mich vor allem die Begegnung und der interkulturelle Austausch mit den Geflüchteten. Ich hoffe sehr, dass ich den Helferkreis in seinen Bemühungen um Integration unterstützen kann“.

Als begeisterte Hobbyfotografin wird sich Sarah Huber in Zukunft außerdem verstärkt um den Internetauftritt des Helferkreises Asyl kümmern.

Bürgermeister Werner Weindl, der Sarah Huber an ihrem ersten Arbeitstag persönlich begüßt hat, freut sich in der jungen Frau eine erfahrene Unterstützerin für „zwei sehr wichtige Bereiche in unserer Gemeinde“ gewonnen zu haben. Mit dem Träger des FSJ, dem BDKJ, habe die Gemeinde schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Er schätze hier insbesondere die regelmäßigen Weiterbildungsseminare, die der BDKJ den jungen Menschen anbieten.

Heimspielcup findet in der Halle statt

Am Samstag, 16. September, findet ab 14 Uhr der nächste Heimspielcup Lenggries statt. In gemischten Teams spielen geflüchtete und einheimische Hobbykicker gleich um zwei Pokale. In Lenggries gewinnt nämlich nicht nur das Team mit den meisten Treffern, sondern auch das Team, das von Zuschauern und den anderen Mannschaften als besonders „Fair“ empfunden wird. Die Veranstaltung, die in diesem Jahr fast ausschließlich von den Geflüchteten selbst organisiert wird, findet aufgrund der schlechten Witterung in der Mehrzweckhalle statt. Anmeldungen von Einzelspielern oder Teams werden ab sofort über heimspiel-lenggries@outlook.de entgegengenommen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Manege frei für ein buntes Lenggries

Die leuchtenden Farben des Regenbogens sind die Markenzeichen der Zirkusschule Windspiel, die auch in diesem Sommer gemeinsam mit dem Helferkreis Asyl zu einem großen Integrationsprojekt in den Isarwinkel eingeladen hatte. Und bunt wie ein Regenbogen präsentierten sich die 90 Teilnehmer der Trainigswoche – und das nicht nur bei der großen Galavorstellung. Denn viele der Kinder und Jugendlichen, die eine Woche lang von ausgebildeten Zirkuspädagogen und professionellen Artisten unterrichtet wurden, sind nicht in Lenggries geboren, sondern in Syrien, Afghanistan, Irak oder Eritrea.

„Vorhang auf, wir trainieren miteinander und zeigen gemeinsam, was wir können“ – mit diesem Motto hatte es die Leiterin der Zirkusschule Windspiel, die ehemalige Gymnasiallehrerin und Zirkuspädagogin Gudrun Jäger, schon im vergangenen Jahr geschafft, geflüchteten Kindern eine Woche lang gemeinsam mit gleichaltrigen Mädchen und Jungen aus Helferkreisfamilien auf spielerische Weise Dinge zu lernen, die im Schulalltag oft zu kurz kommen. Neben Jonglieren, Kunststücken am Trapez oder dem Vertikaltuch, Balancieren und Akrobatik wurden Verantwortungsbewußtsein und vor allem Teamgeist geschult. Das Erlernen der Sprache geschieht dabei fast beiläufig.

Auch in diesem Sommer fand das Projekt für die angesprochene Zielgruppe kostenlos statt. Den Unkostenbeitrag für die Fahrtkosten der Trainer konnte der Helferkreis über Spenden finanzieren. So unterstützte der Lenggrieser Verein Kinderseenot e.V., der sich für traumatisierte Kinder und Kinder mit psychischen Belastungsstörungen einsetzt, das Zirkusprojekt mit 1000 Euro, weitere 1000 Euro spendete die Lenggrieser Brückl-Stiftung, einen Zuschuss von 500 Euro gab es von der Caritas, die verbleibenden 500 Euro finanzierten private Spender. Die Eltern der Teilnehmer sowie das Früchtehaus Holzner versorgten die Trainer kulinarisch und die Gemeinde Lenggries stellte kostenlos Klassenzimmer zum Übernachten und die beiden Sporthallen für Training und Gala zur Verfügung.

Aufgrund der großen Begeisterung der Zuschauer und der Kinder während der Galavorstellung versprach der zweite Bürgermeister der Gemeinde Lenggries, Franz Schöttl, in seiner Dankesrede, sich dafür einzusetzen, die Zirkusschule auch 2018 nach Lenggries zu holen. Ein Termin dafür ist schon gefunden: das Projekt soll vom 13. bis zum 17. August 2018 stattfinden. Anmeldungen werden ab sofort von der Ehrenamtskoordinatorin des Helferkreises Asyl Annette Ehrhart unter  (08042) 5008-171 entgegengenommen. Bilder zu der Galaveranstaltung 2017 finden sich in der Rubrik „Galerie“.

 

Gemeinsam im „Miteinand“

Der neue Gemeinschaftsraum von Helferkreis Asyl Lenggries, Jugendtreff und dem Förderverein der Schulen im Isarwinkel hat einen Namen: „Miteinand“. Unter 35 eingereichten Vorschlägen hat sich die Jury für diesen Namen entschieden, der gleich in mehrfacher Hinsicht zu der vom Bauhof Lenggries liebevoll gestalteten Holzhütte passt. „Miteinand“, also „Zusammen“ auf baierisch, wollen Geflüchtete und Einheimische hier Zeit verbringen, gemeinsam lernen und ratschen, basteln und Tee trinken, Hausaufgaben machen oder deutsch lernen. „Miteinand“ steht aber auch für den Geist der Zusammenarbeit von Helferkreis Asyl und Jugendtreff, denn gemeinsam ziehen die vielen Ehrenamtlichen hier an einem Strang in Sachen Integration.

Dies wurde gerade bei der Einweihung der kleinen gemütlichen Hütte „Miteinand“ deutlich: mit einem gemeinsam organisierten Sommerfest feierten alle geflüchteten Familien, die in Lenggries ein neues Zuhause gefunden haben, mit den Nachbarn, den Besuchern und Aktiven des Jugendtreff und Mitarbeiterinnen der Mittagsbetreuung bei Spezialitäten aus den Heimatländern den Beginn der Sommerferien. Unter den Gästen befand sich neben der Lenggrieser Gemeinderätin Birgitta Opitz und dem evangelischen Gemeindepfarrer Stefan Huber auch Bürgermeister Werner Weindl. Dieser bedankte sich nicht nur herzlich bei den Gastgebern Stefan Müller-Laugk, dem Leiter des Jugendtreffs, und Annette Ehrhart, Ehrenamtskoordinatorin des Helferkreises Asyl, für ihr Engagement, sondern eröffnete den Raum ganz offiziell, indem er die um die Hütte gebundene rote Schleife durchschnitt.

Mit einer Sonnenblume bedankte sich Ehrhart bei den drei Preisträgern des Namenswettbewerbes Samba Sarr aus dem Senegal (1. Preis), Christiane Theil, die mit ihrem Vorschlag „Kunterbunte Oase“ auf Platz 2 des Namenswettbewerbes landete, und bei Barbara von Uthmann für „Servus“ und damit für Platz 3. Blumen und ein herzliches Dankeschön gab es auch für Martin Sappl vom Bauamt der Gemeinde, der für die Planung und Holzverkleidung des Raumes verantwortlich zeichnet.

Name gesucht!

Zwischen Mittagsbetreuung und Containerdorf entsteht gerade ein Gemeinschaftsraum für Jugendtreff, Geflüchtete, Helferkreis und die Mitarbeiter der Mittagsbetreuung. Dieser Raum soll ein Treffpunkt werden, ein Ort zum Ratschen, Spielen, Tee trinken, Projekte planen, für Teamsitzungen und Nachhilfe.

Damit dieser Raum einen eigenen Namen bekommt, schreiben Helferkreis und Jugendtreff gemeinsam mit der Mittagsbetreuung einen Wettbewerb aus. Bis zum 20. Juli können bei Stefan Müller-Laugk (Jugendtreff, jeden Mittwoch und Donnerstag ab 16.30 Uhr und samstags ab 16 Uhr geöffnet) und bei Annette Ehrhart (Ehrenamtskoordination Helferkreis Asyl) im Rathaus Vorschläge eingereicht werden. Den ersten drei Gewinnern winken Gutscheine im Wert von 50,-, 30,- und 20,- Euro.