Integration mit Knödel und Radlfahren

Zweimal im Jahr treffen sich alle vier Arbeitsgemeinschaften des Helferkreises auf Einladung der Gemeinde Lenggries zu einem Gedankenaustausch und einer gemeinsamen Brotzeit. Zum Auftakt der Veranstaltung bedankte sich Bürgermeister Werner Weindl herzlich bei allen Helferinnen und Helfern für ihr unermüdliches ehrenamtliches Engagement. Da zur Zeit keine neuen Asylbewerber nach Lenggries kommen, konzentriert sich die Arbeit der Ehrenamtlichen im Moment vor allem darauf, gemeinsam mit den Flüchtlingen, eine geeignete Arbeit oder eine Wohnung im Isarwinkel zu finden. Daneben laufen weiterhin ehrenamtliche Sprachkurse, die Kleiderausgabe am Bahnhof und integrative Projekte wie die Hausaufgabenbetreuung, das Frauenfrühstück oder ganz aktuell der bevorstehende Heimspiel Cup.

Welche Wirkung mache Bemühungen von deutscher Seite auf Migranten haben können, erzählte Rumbi Maunze von SOS Kinderdörfern e.V. Die junge Frau aus Simbabwe war kurzfristig für den eigentlichen Referenten des Abends, Ruhin Ashuftah, eingesprungen, der aufgrund von Terrorwarnungen in der Türkei nicht rechtzeitig aus seinem Urlaub in den Isarwinkel kommen konnte. „Bei der erste Einladung in Bayern gab es Knödel. Das war so fremd für mich, ich hatte so etwas noch nie vorher gesehen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man etwas von dieser Konsistenz überhaupt essen kann“, erzählt die junge Frau lachend. Heute nach 16 Jahren in Deutschland „schaffe ich locker drei Knödel und ich liebe sie“. Ähnlich erging es ihr mit dem ersten Geschenk ihrer Gastfamilie: einem Fahrrad. „In Afrika fahren nur arme Leute Fahrrad“. Rumbi Maunze, die als Studentin und nicht als Asylbewerberin in die Bundesrepublik gekommen war, fühlte sich deshalb von diesem gut gemeinten Geschenk zunächst brüskiert. „Heute weiß ich natürlich, dass Radlfahren gesund ist und Spaß macht, aber damals war das ein Schock“. Eine kleine Geschichte, die zeigt, wie wichtig es auch gerade für die Paten der Flüchtlingsfamilien ist, ab und zu die Perspektive zu wechseln.

In den vielen Gesprächskreisen, in denen insbesondere die AG Paten und Helfer regelmäßig zusammenkommen, werden gerade Themen, die das Miteinander der Kulturen betreffen, immer wieder angesprochen. In Weiterbildungsseminaren des katholischen Bildungswerkes oder auch durch Vorträge wie beispielsweise über traumatische Belastungsstörungen oder zu interkultureller Kommunikation versuchen die Helferinnen und Helfer sich selbst zu sensibilisieren, um die Integration der Flüchtlinge zu erleichtern. Zu diesen Vorträgen oder auch zum monatlichen Stammtisch der Patengruppe an jedem ersten Donnerstag im Monat im Bistro Endstation sind auch Interessenten aus den anderen Arbeitsgemeinschaften herzlich eingeladen.

Die Termine und Themen finden sich unter der Rubrik „Terminkalender“.

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