Infoabend zum Thema „Rund um den Mietvertrag“

Viele geflüchteten Menschen, die in Lenggries leben, haben bereits eine Anerkennung erhalten. Sie dürfen die Asylunterkunft verlassen und eigene Wohnungen anmieten. Doch wie findet man auf dem deutschen Immobilienmarkt eine Wohnung? Was steht in einem Mietvertrag und was ist der Unterschied zwischen Neben- und Betriebskosten? Was ist eine Kehrwoche und was steht in einer Hausordnung? Solche Fragen Menschen zu beantworten, die erst seit einem Jahr bei uns leben und unsere Sprache noch nicht beherrschen, ist für die Paten und Helfer des Helferkreises Asyl eine große Herausforderung. Mit Unterstützung des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ hat die AG Paten deshalb am Montag, 5. Dezember, für arabischsprechende Geflüchtete und für Schutzsuchende aus Afghanistan zu einem Infoabend zum Thema „Rund um die Wohnungsmiete“ eingeladen. 25 Geflüchtete, die zur Zeit in Lenggries, der Jachenau und Gaissach wohnen, haben die Gelegenheit genutzt, um mit Hilfe von Mohammad Ali, Mitarbeiter des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ und Übersetzer, der aus dem Sudan nach Deutschland immigriert ist und hier Sozialpädagogik studiert hat, Antworten zu finden.

Wichtig war dabei vor allem zu erfahren, dass das neue Integrationsgesetz bezüglich der Wohnsitzauflage teilweise geändert werden soll. In der Praxis habe sich herausgestellt, dass es aufgrund der angespannten Wohnsituation in verschiedenen Regionen nicht umzusetzen sei, erklärte Maya Nazarowa, Asylsozialberaterin in Lenggries. Damit können sich auch Menschen, die nur einen subsidiären Schutz erhalten haben (Aufenthaltsgestattung für ein Jahr), auch außerhalb des Landkreises eine Wohnung suchen.

In den Diskussionen wurde deutlich, dass unter anderem die Sozialisierung in Staaten, deren politische Systeme mit unserem Verständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun haben, zu völligem Unverständnis führen. Beispiel: eine arabischsprechende Frau stellte der Ehrenamtskoordinatorin Annette Ehrhart die Frage, warum die Gemeindeverwaltung von Lenggries nicht einfach alle leerstehenden Wohnungen konfisziert und an Bedürftige vergibt. Für die anwesenden Paten war das ein deutliches Signal dafür, wie wichtig solche Themenabende sind, um die geflüchteten Menschen zu informieren und damit besser in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Aufgrund der großen Resonanz wird das Thema „Miete“ und „Hausordnung“ bei den regelmäßigen Gesprächskreisen der Frauen, die ab Februar an jedem 1. Dienstag im Monat im katholischen Pfarrheim (17 bis 18.30 Uhr) stattfinden, sicherlich wiederholt zur Sprache kommen. Ebenfalls für das neue Jahr ist in diesem Zusammenhang ein monatlicher Diskussionsabend zum Thema „Staatskunde“ geplant, zu dem vor allem Asylbewerber und Flüchtlinge mit guten Deutsch- oder Englischkenntnissen eingeladen werden.

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