Filmprojekt startet

Unter dem Stichwort „Demokratie leben“ werden im kommenden Schuljahr Schülerinnen aus Hohenburg gemeinsam mit geflüchteten Jugendlichen acht bis zehn Kurzfilme zum Thema „Demokratie vor Ort“ drehen. Das Projekt von Helferkreis Asyl Lenggries und dem erzbischöflichen Gymnasium Hohenburg wird von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und dem Bundesfamilienministerium unterstützt und mit 2000 Euro finanziell gefördert. Die Filmreihe soll zum Endes des Schuljahres zunächst in Lenggries öffentlich präsentiert werden, im Herbst 2019 reist das Filmteam dann gemeinsam nach Berlin, um die Ergebnisse dort Gleichaltrigen aus anderen Bundesländern zu zeigen. Das Projekt in Lenggries wird neben zehn andern Demokratieprojekten in Bayern gefördert und startet Ende September.

Kurs zur Mieterqualifikation startet mit zehn Teilnehmern

Der Helferkreis Asyl Lenggries bietet in den Sommerferien für Geflüchtete, die eine Bleibeberechtigung haben und mindestens ein Sprachniveau von A2 vorweisen können, einen Workshop an, in dem die Teilnehmer alles über Mülltrennung, Ruhezeiten, das richtige Heizen und Lüften, über Inhalt und Form eines Mietvertrages bis hin zum Thema „Verwendung von richtigen Putzmitteln“ lernen.

Außerdem üben die Teilnehmer in kleinen Rollenspielen, die telefonische Kontaktaufnahme mit Vermietern, das richtige Verhalten bei einem Besichtigungstermin und wie man als Wohnungssuchender ein Inserat aufgibt. Am Ende des auf fünf Abende ausgelegten Workshops steht eine Lernkontrolle sowie die Erstellung einer Bewerbungsmappe, die potenziellen Vermietern und Maklern vorgelegt werden soll.

Die zehn Teilnehmer des Kurses in Lenggries kommen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und Nigeria. Darunter befinden sich sowohl Familienväter, die bereits eine feste Arbeitstselle haben, als auch künftige Auszubildende und alleinstehende Mütter. Alle eint, dass sie bereits seit Jahren in Asylunterkünften leben und auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt im Landkreis bislang chancenlos waren.

Afrika-Projekt in Hohenburg

Der Helferkreis Asyl Lenggries unterstützte zum Schuljahresende einen Projekttag zum Thema „Afrika“ am erzbischöflichen St. Ursula Gymnasium  in Hohenburg. Hier lernten mehr als zwanzig Mädchen an einem Vormittag von geflüchteten Frauen aus Nigeria und Eritrea, wie man kunstvoll Haare flechtet, wie man in Eritrea Kaffebohnen röstet und Kaffee zubereitet, warum Popkorn ein fester Bestandteil der eritreischen Kafeezeremonie ist. Darüberhinaus erhielten sie einen kleinen Sprachkurs in Tigrinya, einer der eritreischen Landessprachen. Bilder zu diesem Projakttag finden sich in unserer Galerie.

Helferkreis feiert ein Jahr „Miteinand“ und startet mit Ferienaktionen

Mit einem Sommerfest feierten der Helferkreis Asyl Lenggries und die Bewohner der Lenggrieser Asylunterkünfte das einjährige Bestehen des Gemeinschaftsraumes „Miteinand“. Der zur Hütte umgebaute Container auf dem Gelände der Lenggrieser Mittagsbetreuung dient dem Helferkreis nicht nur als Schulungsraum für Nachhilfe, Deutsch- und Arabischunterricht, sondern auch für kleinere Besprechungen, für Bastel- und Filmnachmittage für Kinder und den Frauentreff. Das „Miteinand“ wurde von der Gemeinde Lenggries errichtet und ist mittlerweile eine wichtige Anlaufstelle für die Geflüchteten geworden.

Mit dem Sommerfest endeten nun auch die Unterrichtseinheiten des Helferkreises Asyl. Die ehrenamtlich tätigen Lehrkräfte legen bis zum 17. September eine Pause ein. Direkt zu Beginn des neuen Schuljahres wird es unter den Geflüchteten eine kleine Umfrage geben, um den Bedarf an Deutsch, Mathematik und Hausaufgabenbetreuung festzustellen. Danach wird es für das Miteinand einen neuen Belegungsplan geben.

Das Ferienprogramm für die Geflüchteten startet am 31. Juli mit einem Workshop zur Mietqualifikation (drei bis fünf Abende, die Einladung erfolgt über das Sprecherteam der Geflüchteten), am Freitag, 10. August, findet unter der Überschrift „Meet and Greet“ ein Kennenlernen für Geflüchtete und Einheimische im Jugendtreff statt. Am Montag, 13. August, startet die Zirkuswoche mit der Zirkusschule Windspiel. Täglich werden in der Zeit von 10 bis 15 Uhr für Kinder ab 8 Jahren Workshops in der Mehrzweckhalle angeboten, ab 18 Uhr haben junge Erwachsene die Möglichkeit ihre Fähigkeiten bei der Jonglage, dem Einradfahren und am Trapez auszuprobieren. Für die Kinder ist ein Ausflug an die Isar und gemeinsames Eisessen geplant.

 

Geflüchtete wählen Sprecher

Bei der ersten Vollversammlung von Helferkreis Asyl und den Bewohnern der Asylunterkünfte im Isarwinkel standen die Themen Wohnungssuche und die Frage, ob eine Ausbildung einer festen Arbeitsstelle vorzuziehen ist, im Vordergrund. Geflüchtete berichteten von ihren vergeblichen Versuchen, auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt im Landkreis eine eigene Wohnung zu finden. Viele der Unterkunftsbewohner teilen sich mittlerweilse seit drei Jahren ein Zimmer mit Freunden oder leben mit zwei bis fünf Kindern in einer Wohneinheit. Privatsphäre hat da niemand und auch in Ruhe Lernen und Üben für die Schule ist nur schwer möglich.

Zwei junge Männer, die bereits in der Ausbildung zum Zahntechniker bzw. zum Koch sind, hatten Glück und dank ihrer Helfer Erfolg. Sie haben beide eine kleine Wohnung gefunden und sind sich sicher: das Lernpensum und der hohe Anspruch an den Auszubildenden ist ohne Wohnung und die nötige Möglichkeit zur Konzentration kaum zu bewältigen.

Im Rahmen der Vollversammlung hatten die Geflüchteten außerdem die Möglichkeit, Sprecher zu wählen. Jede Nationalität bestimmte einen Mann oder eine Frau, die in Zukunft an den Treffen des Helferkreises Asyl teilnehmen wird, die Geflüchteten über Veranstaltungen, Projekte und Unterrichtseinheiten informieren und die Fragen aus dem Kreis der Geflüchteten an die Helfer weitergeben soll.

Einladung zur Vollversammlung

Der Helferkreis Asyl und die Bewohner der Asylunterkünfte im Isarwinkel treffen sich am Freitag, 22. Juni, ab 18 Uhr im katholischen Pfarrheim zu einer Vollversammlung. Mit dieser Veranstaltung möchte der Helferkreis den Geflüchteten ein Forum zur Diskussion und zum direkten Austausch bieten. Mit zunehmender Integration in Arbeit, Schule und lokalem Vereinsleben entsteht bei den Geflüchteten offensichtlich ein anderer Bedarf an Unterstützung. Zur Vorbereitung der Vollversammlung werden an die Geflüchteten Fragebögen ausgegeben, auf denen konkrete Bedürfnisse und Wünsche in anonymer Form geäußert werden können und deren Auswertung als Grundlage der Diskussion und der Vorbereitung künftiger Projekte dienen soll.

Zirkusschule Windspiel gastiert zum dritten Mal in Lenggries

Die Sommerferien sind noch weit und trotzdem wissen schon jetzt alle Kinder der Flüchtlingsfamilien im Isarwinkel ganz genau, was in der schulfreien Zeit auf dem Programm steht: ein Woche Zirkusschule. Denn auch in diesem Jahr gastieren die Akrobaten und Pädagogen der Zirkusschule Windspiel in Lenggries, um eine Woche lang in verschiedenen Workshops mit Kindern im Alter zwischen acht und 15 Jahren, jungen Erwachsenen und Müttern mit Kleinkindern das zu üben, was einen richtigen Zirkus ausmacht: Balancieren, Akrobatik, Einradfahren und Stelzenlauf, Jonglage und Trapezkünste.

Unter der Leitung der ehemaligen Gymnasiallehrerin Gudrun Jäger unterstützt die Zirkusschule dabei vor allem die Integration geflüchteter und sozialschwacher Kinder:  „Unter dem Zirkuszelt sind alle gleich, jeder wird gemäß seiner Fähigkeiten und Talente gefördert und gefordert. Wenn wir am Ende in unserer großen Galashow das Erlernte präsentieren, sind wir alle eine große Familie“. Der Helferkreis Asyl Lenggries arbeitet deshalb eng mit der Schulleitung zusammen. Dank der Unterstützung der Gemeinde Lenggries  können die Zirkusmitarbeiter kostenlos in den Räumlichkeiten der Grundschule übernachten, der Helferkreis und die geflüchteten Familien helfen mit bei der Verpflegung. Auf diese Weise werden die Kosten gering gehalten – und trotzdem kann das Projekt nur stattfinden, weil einige der Trainer auf ihr Honorar verzichten und die Lenggrieser Stiftungen sowie der Verein Kinderseenot e.V. einen finanziellen Beitrag leisten.

Anmeldungen für die Internationale Zirkuswoche in Lenggries nimmt die Ehrenamtskoordinatorin der Gemeinde Annette Ehrhart unter a.ehrahrt@lenggries.de entgegen. Außerdem kann man sich über die Seite www.zirkusschule-windspiel.de über die Angebote und Preise der Schulen informieren und ebenfalls anmelden.

Die Zirkuswoche findet von Montag, 13. August, bis Freitag, 17. August, täglich von 10 bis 15 Uhr und von 18 bis 20 Uhr (Erwachsene) statt. Zur Galavorstellung am Freitag sind alle Lenggrieserinnen und Lenggrieser ab 15 Uhr herzlich in die Mehrzweckhalle eingeladen.

 

Spannende Autorenlesung im Mehrgenerationenhaus Bad Tölz

Unter dem Titel „Afghanistan. München. Ich“ beschreibt Ali Djan Hassan, wie er als minderjähriger Analphabet 2005 nach Deutschland kam und sich hier eine neue Existenz aufgebaut hat. Hassan lebt nach wie vor in München, besitzt seit drei Jahren auch die deutsche Staatsangehörigkeit und wird am Dienstag, 8. Mai, auf Einladung des Helferkreises Bad Tölz im Franziskussaal des Mehrgenerationenhauses aus seinem Buch lesen. Im Anschluss haben die Zuhörer die Möglichkeit, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen.

Das Veranstaltungsangebot richtet sich ausschließlich an Mitglieder der Helferkreise Bad Tölz und Lenggries. Anmeldungen nehmen die KoorAnnette Schreiner unter schreiner@kvtoel.brk.de und Annette Ehrhart unter a.ehrhart@lenggries.de entgegen.

Kleiderkammer nimmt keine Spenden mehr an

Die Kleiderkammer des Helferkreises Asyl Lenggries ist nur noch bis zu den Sommerferien geöffnet. Die ehrenamtlichen Helfer haben deshalb beschlossen, ab sofort keine Kleiderspenden mehr anzunehmen. Die nächsten Ausgabetermine im Mai und Juni – jeweils am ersten Samstag von 9 bis 12 Uhr – bleiben bestehen. Unter dem Motto „Alles muss raus“ verabschiedet sich die AG Kleiderkammer des Helferkreises Asyl am Samstag, 30. Juni von 10 bis 15 Uhr mit einem Kleiderbasar und Kuchenbuffet von den Besuchern. Der Erlös kommt dem Spendenkonto des Helferkreises zugute.

Hintergrund der Schließung sind die veränderten Flüchtlingszahlen in Bayern: immer weniger Menschen suchen Schutz im Freistaat und auch im Isarwinkel wohnen geflüchtete Menschen, die bereits vor drei Jahren hierher gekommen sind und mittlerweile arbeiten, Integrationskurse besuchen und sich gut zurecht finden. Neuankömmlinge gibt es seit Monaten nicht mehr. Ein unmittelbarer Bedarf an Kleidung, Schuhen oder Geschirr wie es ihn 2015 gab, existiert nicht mehr. Dank der Angebote auf dem Flohmarkt in Lenggries, im Secondhand-Shop „Fesch“ und der günstigen Kleidergeschäfte in Bad Tölz und München können sich alle gut versorgen.

Der Radlkeller wird allerdings weiter bestehen und soll auch erweitert werden. Stefan Schreiber und Hartmut Stöcker nehmen gut erhaltene Radl entgegen, helfen bei der Reparatur und geben die Fahrräder gegen eine Leihgebürh von 20 Euro aus. Die beiden Experten werden in Zukunft Workshops rund um das Radlreparieren anbieten und dazu sowohl Geflüchtete als auch Einheimische einladen.

Erste Hilfe am Kind

Der Helferkreis Asyl veranstaltet einen Erste-Hilfe-Kurs für jungen Eltern, der sich speziell mit der Versorgung von Kleinkindern befasst. Der Unterricht findet am Dienstag, 15. Mai, ab 19 Uhr im Lesesaal der Touristeninformation in Lenggries statt und dauert etwa drei Stunden. Referent ist Niklas Schäfer, Dozent für Notfallmedizin, Heilpraktiker, Rettungssanitäter und Leiter des Lehrzentrums Eisenbuch. Anmeldungen für diesen Kurs nimmt die Ehrenamtskoordinatorin des Helferkreises Annette Ehrhart unter a.ehrhart@lenggries.de entgegen. Die Teilnahmegebühr liegt bei 5 Euro.