Neue Schulungstermine für Ehrenamtliche

Das Kreisbildungswerk Bad Tölz bietet gemeinsam mit der Caritas bis zum Sommer drei Schulungen für ehrenamtliche Helfer im Asylwesen an. „Gelingende Kommunikation: Vom Konflikt zum Miteinander“ lautet der Titel der ersten Veranstaltung, die am Freitag, 23. Februar, von 17 bis 21 Uhr in Reichersbeuern (katholisches Pfarrheim) stattfindet. Die Referentin Ulrike Xylander ist selbst ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig und arbeitet als Mediatorin und Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache.Die theoretische Grundlage dieses eigentlich ganz auf aktive und anschauliche Beispiele ausgerichteten Workshops bildet das Konzept der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg.

Die Anmeldung zu diesem Seminar wie auch zu den beiden anderen Schulungen erfolgt entweder direkt beim Kreisbildungswerk unter info@kbw-toelz.de oder über die Ehrenamtskoordination in Lenggries unter a.ehrhart@lenggries.de.

Der Pädagogikdozent Dr. Christian Boeser-Schnabel befasst sich am Dienstag, 20. März, von 18 bis 21 Uhr mit dem Thema „Umgang mit Populismus und Stammtischparolen“. Der Vortrag klärt zunächst die beiden Begriffe, analysiert sie im Kontext unseres politischen Systems und befasst sich mit der Frage, wie ein demokratischer Umgang damit aussehen kann. Diese Veranstaltung findet im Caritas Zentrum, Klosterweg 2, in Bad Tölz statt.

Die dritte Schulung stellt die Fluchthintergründe am Beispiel von Nigeria, Afghanistan und Eritrea in den Mittelpunkt. Die Referentin Dr. Kundri Böhmer-Bauer ist Ethnologin, interkulturelle Trainerin und Autorin zahlreicher Publikationen über afrikanische Länder und islamische Religion. Ihre Analyse der politischen Situation in den drei genannten Ländern soll die Frage beantworten, was Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat bewegt und welche Lösungsansätze europäischer Entwicklungspolitik vor diesem Hintergrund sinnvoll sind. Auch diese Veranstaltung findet im Caritas Zentrum Bad Tölz statt.

Landratsamt löst Kaserne als Unterkunft auf

Die geflüchteten Familien, die derzeit in der Lenggrieser Kaserne untergebracht sind, werden innerhalb der kommenden zwei Wochen umziehen. Zur großen Überraschung des Helferkreises und der Bewohner gibt das Landratsamt das Kasernengebäude an der Gebirgsjägerstrasse als Unterkunft auf, noch bevor der Mietvertrag dafür ausläuft. Die Familien werden in leerstehende, vom Landratsamt bereits 2015 angemietete Wohnungen in Lenggries umgezogen. Damit bleiben die Menschen in ihrer gewohnten Umgebung, haben aber nun den Vorteil, dass sie zentraler wohnen. Kirche, Schulen und Supermarkt sind nun besser erreichbar und darüberhinaus bekommen sie deutsche Nachbarn. Eine wesentliche Forderung der Helferkreise in Oberbayern, Geflüchtete dezentral unterzubringen, um die Integration zu erleichtern, wird in Lenggries nun ein Stück weit umgesetzt.

Der Grund für die Entscheidung des Landratsamtes basiert auf einem Beschluß des Verwaltungsgerichtes Leipzig. Demnach hätte die Nutzung des ehemaligen Kasernengebäudes als Wohnraum von der Gemeinde genehmigt werden müssen. Denn eigentlich sind Gelände und Gebäude als Gewerbeflächen vorgesehen.

Kinderfasching in der Mehrzweckhalle

Ritter, Polizistin, Fee, Indianer, Pirat oder Cowboy?

Einmal im Jahr ist es für die Lenggrieser ganz normal in verschiedene Rollen zu schlüpfen, sich zu verkleiden und zu schminken. Am Freitag wurde vom Turnverein Lenggries eine Faschingsfeier veranstaltet. Unserer  Geflüchteten kennen diese Tradition aus ihrer Heimat nicht und waren dementsprechend begeistert von den vielen bunten Verkleidungen und dem unterhaltsamen Programm mit vielen Spielen.

Gemeinsam mit den einheimischen Kindern wurde in bunten Kostümen wild herumgetobt. Beim Hindernisparcours  wurde ihr Gleichgewichtssinn unter Beweis gestellt, sowie bei dem Schwertkampf mit Schwimmnudeln auf einem Schwebebalken.

Besondere Highlights für die Kinder waren die Hüpfburg, das Sackhüpfen, das Dosenwerfen, sowie das Spiel „Reise nach Jerusalem “, bei dem von allen Kindern eifrig mitgefiebert wurde.

Bilder vom Kinderfasching sind hier zu finden.

Helferkreis übernimmt Hausaufgabenbetreuung

Integration und Spracherwerb sind für erwachsene Geflüchtete eine große Herausforderung, die Kinder tun sich da meist leichter. In Kindergarten und Schulen lernen sie dank der intensiven Betreuung und des teilweise bewundernswerten Einsatzes der ErzieherInnen und LehrerInnen schnell deutsch und erfahren viel über den Alltag, Traditionen und Kultur im Isarwinkel.

Doch was passiert am Nachmittag, wenn der Unterricht vorbei ist und die Hausaufgaben anstehen? Auch bei großer Motivation und schneller Auffassungsgabe sind die meisten geflüchteten Schulkinder da überfordert. Die Eltern können nicht wirklich helfen, weil mittlerweile selbst in Mathe gute Deutschkentnisse erforderlich sind.

Der Helferkreis Asyl Lenggries wird deshalb ab Februar sein ehrenamtliches Sprachangebot für Erwachsene reduzieren und gemeinsam mit Schülerinnen aus Hohenburg viermal die Woche im Gemeinschaftsraum „Miteinand“ und im Pfarrheim Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe anbieten. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Grundschulkinder und findet Montag bis Donnerstag von 15 bis 16 Uhr statt. Dienstags und donnerstags gibt es außerdem ab 16 Uhr Nachilfe speziell in Mathematik für Schüler der Mittelschule.

Sprachkurs für Frauen wird erweitert

Im vergangenen Herbst konnte der Helferkreis mit Unterstützung des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ im Gemeinschaftsraum „Miteinand“ einen täglichen Sprachkurs anbieten, der sich insbesondere an die jugen Mütter richtete, die wegen der fehlenden Kinderbetreuung an keinem Integrationskurs in Bad Tölz teilnehmen konnten.

Dank zahlreicher Spenden kann dieser Kurs in etwas reduzierter Form fortgesetzt werden: ab Dienstag, 23. Januar, werden die Schülerinnen in der Zeit von 10 bis 12 Uhr zweimal die Woche von der DaF-Lehrerin Despina Esabalidis unterrichtet, am Nachmittag folgt ein Angebot für die Frauen, die in der Kaserne untergebracht sind. Hier leben in erster Linie eritreische Frauen mit kleinen Kindern, für die wegen Erkrankung der Lehrkraft seit fast einem Jahr kein Sprachkurs stattgefunden hat. Nun werden auch sie unterrichtet und das zu einer Tageszeit, in der die Kleinen ihren Mittagsschlaf halten.

Der Deutschkurs findet zunächst bis zu den Osterferien statt und richtet sich an alle geflüchteten Frauen mit Kindern in Lenggries.

Weihnachten am „Miteinand“

„Warum macht ihr eigentlich eine Weihnachtsfeier in der Flüchtlingsunterkunft? Da wohnen doch nur Muslime.“ Mit dieser Frage werden die Ehrenamtlichen des Helferkreises Asyl Lenggries in der Adventszeit immer wieder konfrontiert. Und auch die Geflüchteten kennen die ungläubigen Blicke von Mitschülern und Arbeitskollegen, wenn sie von dem Christbaum am „Miteinand“, dem Plätzchenbacken mit den Paten oder dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern berichten.

„Für uns in Syrien war es ganz normal, mit unseren christlichen Freunden Weihnachten zu feiern“, erzählt Ahmad aus Daar. Tür an Tür hätten in seiner Heimatstadt Christen und Muslime gewohnt und es sei ganz selbstverständlich gewesen, dass man sich zu den großen Feste der anderen Religion wie eben zu Weihnachten und zum Zuckerfest gegenseitig besucht und beschenkt hätte.

Weniger offen war das Leben in Afghanistan und so genießen es gerade die afghanischen Kinder in Lenggries sehr, von ihren deutschen Freunden und Betreuern die Bräuche der Adventszeit kennenzulernen. Seit dem 1. Advent treffen sie sich jeden Abend im Gemeinschaftsraum des Helferkreises Asyl, im „Miteinand“, um den ehrenamtlichen Helferinnen zuzuhören, die Weihnachtsgeschichten vorlesen, oder gemeinsam zu singen und zu basteln.

Vor der Weihnachtsfeier schmückten die Bewohner der Asylunterkunft an der Geiersteinstrasse gemeinsam die kleine Fichte, die der Bauhof der Gemeinde dem Helferkreis geschenkt hatte, mit bunten Kugeln und Lichtern. Die Paten und Helfer brachten Früchtepunsch, Tee und Gebäck, die Kinder tischten die gemeinsam gebackenen Plätzchen auf. Mit Einbruch der Dämmerung stimmte die Musikpädagogin Ingrid Schneider das erste Lied noch unter dem Christbaum an, im Laufe des Abends nutzte man das Miteinand, um dort begleitet von dem afghanischen Pianisten Zadek Wahedi zu singen. Und da bei einer Weihnachtsfeier die Geschenke nicht fehlen dürfen, gab es für jeden kleinen Sänger eine Tüte vom Nikolaus.

Advent in der Asylunterkunft

Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen fallen und es draußen ungemütlich und nass bleibt, will eigentlich niemand mehr raus aus den eigenen vier Wänden. Da ist es schnell eng, wenn man sich das Zimmer mit drei anderen Personen teilen muss. Für Großfamilien mit mehreren Kindern  stellt die Verlagerung der Aktivitäten in die kleinen Räumlichkeiten der Asylunterkunft an der Geiersteinstrasse eine große Herausforderung dar.

Der Helferkreis Asyl bemüht sich daher mit zahlreichen Aktivitäten gerade die Familien mit Schulkindern in der „staaden“ Zeit zu unterstützen. Im Gemeinschaftsraum „Miteinand“ werden schon seit November regelmäßig Bastelnachmittage angeboten. Hier gestalten die Mädchen und Jungen nicht nur Weihnachtskarten für die Bewohner des Seniorenheimes in Lenggries, sondern werkeln an kleinen Geschenke für Eltern und Lehrer. Ein Foto dazu finden Sie in unserer Galerie.

Täglich zwischen 17.30 und 18 Uhr lesen ehrenamtliche Helfer  in der Vorweihnachtszeit kleine Adventsgeschichten vor und singen gemeinsam mit den Kindern Weihnachtslieder. Am Freitag, 15. Dezember, treffen sich außerdem alle Mitglieder des Helferkreises und die Bewohner der Unterkünfte zu einer gemeinsamen Feier bei Tee und Plätzchen rund um den festlich geschmückten Tannenbaum am „Miteinand“. Gäste sind wie immer willkommen.

 

Bürgermeister Weindl vergibt Ehrenamtsnachweise

Ehrenamtliches Engagement ist keine Selbstverständlichkeit und oft lassen Beruf und Familie keine Zeit, sich noch an Vereine, Kirche oder Interessengruppen langfristig zu binden. Als sich der Helferkreis Asyl Lenggries im September 2014 gründete, war aber insbesondere den Frauen und Männern, die eine Patenschaft für Geflüchtete übernahmen, schnell klar, dass sie hier viel Energie und Zeit investiert würden.

Damit, dass sich das Engagement aber über Jahre ausdehnen würde, haben die Wenigsten gerechnet. Doch die Dankbarkeit der Schützlinge, die vielen Begegnungen und die Freude über die Fortschritte bei der Integration entschädigen für vieles. Darin waren sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Paten, die am vergangenen Dienstag von Bürgermeister Weindl geehrt wurden, einig.

Wie wichtig das Engagement der Ehrenamtlichen gerade im Bereich der Flüchtlingshilfe für die Gemeinde Lenggrie ist, unterstreicht Bürgermeister Weindl seit 2015 zweimal im Jahr mit einer Einladung zu einem großen Helferkreistreffen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden gleich sechs Mitglieder der Arbeitsgruppe Paten für ihr besonderes Engagement geehrt. Mit einer Urkunde und einem kleinen Geschenk bedankte sich Werner Weindl aber auch bei einem der Geflüchteten. Denn der Senegalese Coly Balde engagiert sich nicht nur ehrenamtlich im Organisationsteam des Heimspielcups, sonder unterstützt fast täglich das Team im Pflegeheim Lenggries bei der Betreuung pflegebedürftiger Senioren.

 

Erster Bastelnachmittag für Weihnachten

Schon sind die Berge des Isarwinkels weiß gezuckert und in den Schaufenstern macht die Herbstdekoration langsam Platz für Kerzen und Adventsschmuck. Die Weihnachtszeit rückt näher und so haben sich Paten und Helfer bereits mit den Kindern der Lenggrieser Flüchtlingsfamilien zu einem ersten Bastelnachmittag getroffen. Wie im vergangenen Jahr wollen die Mädchen und Jungen aus Afghanistan und Syrien mit selbstgestalteten Karten und Geschenken die Bewohner des Hauses der Senioren in Lenggries überraschen. Alle Kinder haben Oma und Opa in den Heimatländern zurücklassen müssen und geben sich deshalb ganz besondere Mühe, um den älteren Menschen in Lenggries eine kleine Freude zu machen. Die Geschenke werden auf der Weihnachtsfeier für die Senioren am 16. Dezember überreicht.