Integration mit Spiel, Spass und Information

Der Helferkreis Asyl Lenggries plant auch für das neue Jahr zahlreiche Aktivitäten und unterstützt damit die geflüchteten Menschen bei der Integration im Isarwinkel. Beim Stammtisch (immer am ersten Donnerstag im Monat im Bistro Endstation) und den regelmäßigen Treffen der Arbeitsgruppen – die Daten finden sich unter der Rubrik „Termine“ – haben die Helferinnen und Helfer außerdem Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und ihre Aktivitäten und Projekte gemeinsam zu planen.

Hier ein kurzer inhaltlicher Überblick über die Aktionen im ersten Quartal 2017: am Donnerstag, 19. Januar, startet ein Musik-Workshop für deutsche und ausländische Jugendliche im Jugendtreff unter der Leitung von Sepp Müller. Ab 19.30 Uhr wird getrommelt, gerappt und musiziert. Anmeldungen sind nicht erforderlich, das Angebot richtet sich an Mädchen und Jungen zwischen 14 und 18 Jahren.

Der Fußball steht am Samstag, 4. Februar, im Mittelpunkt: von 14 bis 18 Uhr laden die sportbegeisterten Geflüchteten gemeinsam mit dem Helferkreis Asyl zu einem Hallenturnier für Spieler ab 16 Jahre mit Begegnungsfest. Die Ministranten der katholischen Pfarrgemeinde und die Waldkirchenjugend organisieren parallel zum Turnier einen Parcours und Spiele für die jüngeren Besucher. Ein internationales Buffet mit Spezialitäten aus den Heimatländern der Geflüchteten sorgt für das leibliche Wohl. Anmeldungen werden ab sofort unter heimspiel-lenggries@outlook.de entgegengenommen. Die Veranstaltung findet in der Mehrzweckhalle Lenggries statt. Wer die Organisatoren gerne unterstützen möchte oder einen Beitrag zum Buffet beisteuern kann, ist herzlich zu unserem Vorbereitungstreffen am Dienstag, 24. Januar, 19 Uhr in den Lesesaal der Touristeninformation eingeladen.

Ab Februar findet einmal im Monat ein Gesprächskreis speziell für Frauen statt. Immer am ersten Dienstag im Monat, direkt im Anschluss an den Sprachkurs, treffen sich Frauen ab 17 Uhr im Erdgeschoss des katholischen Pfarrheims zum gemütlichen Teetrinken und zum Austausch über verschiedene Themen wie Erste-Hilfe, Umweltschutz, das deutsche Bildungssytem, Medienpädagogik, Ernährung und vieles mehr. Hierzu sind nicht nur Geflüchtete, sondern auch einheimische Frauen herzlich willkommen. Das erste Treffen findet am 7. Februar statt.

Interkulturelle Kommunikation steht im Mittelpunkt eines Workshops für Paten und Helfer, der am Freitag, 24. Februar, von 17 bis 20 Uhr im Lesesaal stattfindet. Eingeladen sind Interessierte aus allen Arbeitsgemeinschaften. Anmeldung bitte über die Ehrenamtskoordinatorin annette.ehrhart@hvmzm.de.

Und schon jetzt ein kurzer Hinweis auf die Sommerferien: die Zirkusschule Windspiel gastiert vom 14. bis 18. August wieder in Lenggries, um mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien und dem Helferkreis zu jonglieren, zu balancieren, zu tanzen und zu turnen. Als Abschluß ist wieder eine Galavorstellung geplant, zu der alle Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte schon jetzt herzlich eingeladen sind.

Alle Aktivitäten des Helferkreises wie Sprachunterricht, Computerkurse oder Hausaufgabenbetreuung finden sich auf dem Terminplan unserer homepage. Die Trainingszeiten der Fußballmannschaft variieren. In den Wintermonaten nutzen die Spieler am Sonntagnachmittag die alte Turnhalle zum Training. Wer gerne mitspielen möchte, kann ebenfalls über annette.ehrhart@hvmzm.de mehr erfahren.

Weihnachten

Frohe und gesegnete Feiertage

und ein friedliches Jahr 2017

wünscht der Helferkreis Asyl Lenggries

Das Bild von einem betenden einsamen Menschen, der umgeben ist von leuchtendem, farbenfrohem Licht, entstand während der Maltherapie, die im Sommer diesen Jahres von Mitgliedern unseres Helferkreises für traumatisierte Frauen angeboten wurde. Die Kraft und die Hoffnung, die die junge Künstlerin offensichtlich im Gebet findet, möchten wir gerne an die Besucher unserer Homepage weitergeben. Ebenso wie eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte, die der Lenggrieser Pastoralreferent Christoph Freundl am dritten Advent vorgetragen hat – anlässlich der Ankunft des Friedenslichtes von Bethlehem in Lenggries:

Märchen vom Auszug aller „Ausländer“

von Helmut Wöllenstein

Es war einmal, etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über dem Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer die Worte „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“. Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Fenstern der Bürgerhäuser waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen.

„Los kommt, wir gehen.“ „Wo denkst Du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?“ „Da unten? Da ist doch immerhin unsere Heimat. Hier wird es schlimmer. Wir tun, was an der Wand steht: „Ausländer raus“.

Tatsächlich: Mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf. Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihrer Weihnachtsverkleidung. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, der Deutschen Lieblingsgetränk: Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat.

Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf. Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, die Gewürze aus ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wie mir geht’s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen.

Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen … Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik, krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asiens.

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss in Rinnsalen und Bächen zusammen in Richtung Naher Osten. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen.

Stolz holten die deutschen Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?! – Aber die VW’s und BMW’s begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt auch immer ein besseres Bild abgegeben als heute.

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und die „Stelle Nacht“ durfte gesungen werden – allerdings nur mit einer Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich!

Nur eines wollte nicht in das Bild passen: das Kind in der Krippe, sowie Maria und Josef waren geblieben. Ausgerechnet drei Juden! Wir bleiben, hatte Maria gesagt, denn wenn wir aus diesem Land gehen, wer will ihnen dann noch den Weg zurück zeigen – zurück zur Vernunft und Menschlichkeit?

 

Ein selbstgebastelter Gruß zu Weihnachten

Mit viel Phantasie und Liebe zum Detail haben 15 Kinder aus afghanischen und syrischen Flüchtlingsfamilien gemeinsam mit Mitgliedern des Helferkreises Asyl Weihnachtskarten gebastelt. Obwohl fast alle Mädchen und Buben muslimischen Glaubens sind, kennen sie sich mit Nikolaus, Weihnachtsstern und Tannenbaum bestens aus. „Wir haben immer mit unseren Nachbarn Weihnachten gefeiert. Die waren Christen“, erzählt Iwan aus Syrien. „Ich finde Weihnachten in Deutschland schön“, freut sich Zahrai aus Afghanistan. In der Schule erzähle die Lehrerein jetzt immer eine Geschichte, die Kerzen werden angezündet und „das ist so gemütlich“. Ihre Weihnachtskarten wollen die geflüchteten Kinder, die fast alle schon seit zwei Jahren in Lenggries wohnen, nicht für sich behalten. „Die verschenken wir an die alten Leute“ verrät die kleine Ghazal. Gemeinsam mit ihrer Betreuerin aus dem Helferkreis, Christiane Theil, hat das afghanische Mädchen im traditionellen Gewand ihrer Heimat die selbstgemachten Karten an die Bewohner des „Hauses der Senioren“ überreicht.

Für die Geflüchteten aus den Regionen des Nahen und Mittleren Ostens ist die Institution „Seniorenheim“ etwas Neues: in Syrien, Irak oder auch Afghanistan erreichen nicht viele Menschen ein so hohes Alter wie in Deutschland. Und wenn, dann wohnen Oma, Opa, Uroma und Uropa ganz selbstverständlich mit im eigenen Haus. Die Kinder der Bastelgruppe hoffen, dass sich die Bewohner des „Hauses der Senioren“ an Weihnachten nicht alleine fühlen. Deshalb soll jeder einen schönen persönlich gestalteten Gruß bekommen.

Infoabend zum Thema „Rund um den Mietvertrag“

Viele geflüchteten Menschen, die in Lenggries leben, haben bereits eine Anerkennung erhalten. Sie dürfen die Asylunterkunft verlassen und eigene Wohnungen anmieten. Doch wie findet man auf dem deutschen Immobilienmarkt eine Wohnung? Was steht in einem Mietvertrag und was ist der Unterschied zwischen Neben- und Betriebskosten? Was ist eine Kehrwoche und was steht in einer Hausordnung? Solche Fragen Menschen zu beantworten, die erst seit einem Jahr bei uns leben und unsere Sprache noch nicht beherrschen, ist für die Paten und Helfer des Helferkreises Asyl eine große Herausforderung. Mit Unterstützung des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ hat die AG Paten deshalb am Montag, 5. Dezember, für arabischsprechende Geflüchtete und für Schutzsuchende aus Afghanistan zu einem Infoabend zum Thema „Rund um die Wohnungsmiete“ eingeladen. 25 Geflüchtete, die zur Zeit in Lenggries, der Jachenau und Gaissach wohnen, haben die Gelegenheit genutzt, um mit Hilfe von Mohammad Ali, Mitarbeiter des Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ und Übersetzer, der aus dem Sudan nach Deutschland immigriert ist und hier Sozialpädagogik studiert hat, Antworten zu finden.

Wichtig war dabei vor allem zu erfahren, dass das neue Integrationsgesetz bezüglich der Wohnsitzauflage teilweise geändert werden soll. In der Praxis habe sich herausgestellt, dass es aufgrund der angespannten Wohnsituation in verschiedenen Regionen nicht umzusetzen sei, erklärte Maya Nazarowa, Asylsozialberaterin in Lenggries. Damit können sich auch Menschen, die nur einen subsidiären Schutz erhalten haben (Aufenthaltsgestattung für ein Jahr), auch außerhalb des Landkreises eine Wohnung suchen.

In den Diskussionen wurde deutlich, dass unter anderem die Sozialisierung in Staaten, deren politische Systeme mit unserem Verständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun haben, zu völligem Unverständnis führen. Beispiel: eine arabischsprechende Frau stellte der Ehrenamtskoordinatorin Annette Ehrhart die Frage, warum die Gemeindeverwaltung von Lenggries nicht einfach alle leerstehenden Wohnungen konfisziert und an Bedürftige vergibt. Für die anwesenden Paten war das ein deutliches Signal dafür, wie wichtig solche Themenabende sind, um die geflüchteten Menschen zu informieren und damit besser in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Aufgrund der großen Resonanz wird das Thema „Miete“ und „Hausordnung“ bei den regelmäßigen Gesprächskreisen der Frauen, die ab Februar an jedem 1. Dienstag im Monat im katholischen Pfarrheim (17 bis 18.30 Uhr) stattfinden, sicherlich wiederholt zur Sprache kommen. Ebenfalls für das neue Jahr ist in diesem Zusammenhang ein monatlicher Diskussionsabend zum Thema „Staatskunde“ geplant, zu dem vor allem Asylbewerber und Flüchtlinge mit guten Deutsch- oder Englischkenntnissen eingeladen werden.

Schwimmkurs für Jugendliche

Die Schlagzeilen aus dem Sommer über tödlich verunglückte Geflüchtete bei einem harmlosen Badeausflug an der Isar oder einem nahe gelegenen Badesee haben auch den Helferkreis Asyl in Lenggries aufgeschreckt. Gemeinsam mit der Organisation „Right to play“ bietet der Helferkreis deshalb ab Freitag, 25. November einen Schwimmkurs für jugendliche Geflüchtete ( 14 bis 18 Jahre) an. Der Kurs findet zwei Mal wöchentlich von 13.30 bis 14.30 Uhr in der Isarwelle statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Ein weiterer Kurs für Kinder und für Frauen ist für Januar geplant. Interessenten wenden sich bitte an die Ehrenamtskoordination unter der Rufnummer (08042) 5008-171.

Großes Interesse an Gemeindebücherei

Bereits im Sommer hat das Team der Gemeindebücherei Lenggries das Sortiment um den Bereich „Integration“ erweitert. Hier finden sich neben Dokumentationen aus den Herkunftsländern vor allem Bücher zum Deutschlernen. Während die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien, die die Grund- und Mittelschule besuchen, dank ihrer Lehrer und Paten aus dem Helferkreis das Angebot der Gemeindebücherei gerne nutzen, gab es bislang unter den jungen Erwachsenen kaum Besucher.

Gemeinsam mit den Betreuerinnen Margreth Schmid und Annette Ehrhart haben nun 14 junge Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien, Sudan und Afghanistan, die fast alle die Vorbereitungsklasse der Berufsschule in Bad Tölz besuchen, eine Einladung des Büchereiteams angenommen. Maria Rosen und Gabriele Faehrmann informierten über den Aufbau und des Ausleihsystem, zeigten, wo und wie man das passende Buch findet und erklärten die Nutzungsbedingungen. Großes Interesse weckte bei den Zuhörern insbesondere das Angebot an Hörbüchern und Filmen. Da vielen das Lesen der deutschen Buchstaben noch schwer fällt, nutzen die Flüchtlinge gerade aus dem arabischsprachigen Raum gerne die neuen Medien zum Deutschlernen.

Gleich acht Leihkarten durften Maria Rosen und ihre Kollegin noch am gleichen Abend ausstellen. Aufgrund der positiven Resonanz ist eine Wiederholung der Veranstaltung im neuen Jahr geplant.

Neue Sprachkurse und Nachhilfe für Berufsschüler

Da die Maßnahmen der Bundesregierung greifen und immer mehr Asylbewerber und Flüchtlinge die Möglichkeit haben, einen Integrationskurs oder die Berufsschule zu besuchen, können die ehrenamtlichen Sprachlehrer des Helferkreises Asyl im Winterhalbjahr 2016/2017 ihren Unterricht noch besser auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler ausrichten. Neben Kursen am Dienstag- und Mittwochnachmittag und computergestützten Sprachkursen am Donnerstag und Freitag findet jeden Mittwoch für junge Mütter Unterricht in der Kaserne statt. Für Jugendliche, die die Berufsschule in Bad Tölz besuchen, gibt es Nachhilfestunden in Deutsch und Mathematik. Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule profitieren von der Hausaufgabenbetreuung, die die AG Projekte organisiert. Über genaue Unterrichtszeiten informiert die Ehrtenamtskoordination des Helferkreises unter der Rufnummer (08042) 5008-171.

Galavorstellung übertrifft alle Erwartungen

Zirkusschule „Windspiel“ setzt Standards: Gemeinsames Training schafft Berührungsängste ab

Mit fanatasievollen Kostümen, fetziger Musik und tollen Darbietungen verwandelten die Nachwuchsartisten der ersten Lenggrieser Zirkuswoche die Mehrzweckhalle an der Mittelschule in einen magischen Ort. Strahlende Kinderaugen und die Gesichter der stolzen Eltern und Paten zeugten bei der Galavorstellung zum Abschluß des Ferienprojektes des Helferkreis Asyl Lenggries vom großen Erfolg der Veranstaltung (Bilder befinden sich in unserer „Galerie“).

Eine Woche lang gastierte die Zirkusschule von Gudrun Jäger, Zirkuspädagogin und ehemals Gymnasiallehrerin in Geretsried, in Lenggries mit dem Ziel, die Integration von Flüchtlingskindern ganz spielerisch und völlig unbefangen zu ermöglichen. Unter dem Motto „Vorhang auf: wir lernen voneinander, trainieren miteinander und zeigen gemeinsam, was wir können“ konnten 78 Kinder und Jugendliche aus den Kriegsgebieten in Syrien, Afganistan, Somalia und dem Irak sowie aus Helferkreisfamilien gemeinsam jonglieren, balancieren, turnen und tanzen.

Ein erfahrenes Trainerteam bewies dem Zirkusnachwuchs, dass man mit Zusammenhalt, Konzentration und Verantwortungsbewusstsein selbst schwierige Kunststücke am Trapez meistern kann. Mit viel pädagogischem Geschick vermittelten die Artisten und Akrobaten mit Sanny Krost an der Spitze den Kindern im Alter zwischen fünf und 16 Jahren in Tagesworkshops und jungen Erwachsenen am Abend, dass Lernen Spaß machen kann. Die Begeisterung insbesondere unter den Flüchtlingskindern war unglaublich: einige standen am Vormittag bereits eine Stunde vor Trainingsbeginnn vor der Turnhalle, um auf keinen Fall zu spät zu kommen.

Sprachbarrieren oder auch interkulturelle Differenzen, auf die sich die Trainer in einem eigens dafür organisierten Workshop zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“ vorbereitet hatten, blieben aus. „Fast alle sprechen schon sehr gut deutsch. Und wenn es hakt, kommen immer zwei, drei andere Kinder herbei um zu übersetzen“, erzählte der 18jährige Daniel, der mit den Kindern Jonglieren und Stelzenlauf einübte.

Auch die Abendworkshops erfreuten sich großer Beliebtheit: waren es am ersten Abend nur acht junge Männer, die sich am Trapez versuchten, kamen am dritten Abend mehr als 20 junge Erwachsene.

Da die Zirkustrainer eine Woche lang unentgeltlich arbeiteten, sorgten Helferkreis und Gemeinde für freie Kost und Logis. Eine Woche lang wurden die Akrobaten und Artisten bekocht, täglich gab es gleich mehrere selbstgebackener Kuchen. „Das war so wundervoll, ich hatte das Gefühl, das ganze Dorf steht hinter uns und möchte dazu beitragen, dass unser Projekt gelingt“, freute sich Trainerin Goli, die mit ihrem zweijährigen Sohn Oskar nach Lenggries gekommen war.

Die Begeisterung der Trainer, aber auch der Kinder und Eltern nach dem krönenden Abschluss, bei dem die Teilnehmer liebevoll gestaltete Urkunden als Erinnerung erhielten, freute Bürgermeister Werner Weindl, der sich mit Blumen bei der Zirkusgruppe für ihr Engagement bedankte. Sollte das Projekt im nächsten Sommer wiederholt werden, stellte er die Unterstützung der Gemeinde in Aussicht. Sein Dank richtete sich aber auch an den Lenggrieser Einzelhandel, der mit zahlreichen Sachspenden die Zirkuswoche unterstützte.

 

DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE

Allen Helfern, die mit ihren Koch- und Backkünsten für das leibliche Wohl der Zirkusgruppe während ihres Aufenthaltes in der Turnhalle gesorgt haben, ein Riesenlob und ein besonderes Dankeschön. Herzlichen Dank auch an das Früchtehaus Holzner, die Bäckereien Kölbl, „Brot und Torte“ und Waldherr sowie an die Metzgerei Weber für Ihre Unterstützung.

Tausend Dank der Zirkusschule „Windspiel“ für eine unglaubliche Woche, für viele schöne und rührende Momente, jede Menge neuer Erkentnisse und noch mehr Spaß.

Zirkusschule fördert Integration

Gemeinsam mit der Zirkusschule „Windspiel“ bietet der Helferkreis Asyl Lenggries in der dritten Augustwoche ein besonderes Ferienprogramm für Kinder aus dem Helferkreis und aus Flüchtlingsfamilien an: in kleinen Workshops lernen 5- bis 16-jährige unter Anleitung von Zirkuspädagogen und erfahrenen Akrobaten Jonglieren, Balancieren, Einradfahren, Turnen und Tanzen. Neben viel Spiel und Spaß vermittelt die Zirkusschule dabei wertvolle Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Ausdauer und Verantwortungsgefühl. „Zirkus stärkt die Kinder und Jugendlichen“, betont deshalb die Leiterin der Zirkusschule „Windspiel“, Gudrun Jäger, „in Lenggries fördern wir zudem noch die Integration“. Und nicht nur das: die Pädagogen der Zirkusschule arbeiten außerdem umsonst. „Wie wollen damit die Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer honorieren und durch das Miteinander mit den Flüchlingen Hemmschwellen abbauen“, erklärt die Gymnasiallehrerin und Dozentin für Zirkuspädagogin weiter.

Deshalb ist die Teilnahme am Ferienprojekt in Lenggries für Kinder aus den Flüchtlingsfamilien und dem Helferkreis auch kostenlos. Die Gemeinde Lenggries und der Helferkreis sorgen lediglich für Kost und Logis der Zirkustruppe.

Zum Auftakt der Zirkuswoche erhalten die Pädagogen und Helfer am Sonntag, 14. August, ab 16 Uhr im Lesesaal der Gästeinformation Lenggries von einer Mitarbeiterin des Frauenhofer Instituts eine Einführung in interkulturelle Zusammenarbeit. Ab dem 15. August um 9.30 Uhr beginnen dann die Workshops mit den Kindern und Jugendlichen in der Turnhalle der Mittelschule, jeden Abend haben zudem interessierte Erwachsene ab 19 Uhr die Möglichkeit, Zirkusluft zu schnuppern. Den Höhepunkt der Ferienwoche bildet die Galaveranstaltung am Freitag, 19. August, ab 15 Uhr ebenfalls in der Turnhalle der Mittelschule Lenggries, zu der neben den Eltern und Freunden der jungen Akrobaten auch die Lenggrieser Bevölkerung herzlich eingeladen ist. Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Im Anschluß lädt der Helferkreis zu einem internationalen Buffet ein, dessen Erlös der Zirkusschule zugute kommt.

Ansprechpartnerin für Fragen rund um das Zirkusprojekt ist die Ehrenamtskoordianatorin der Gemeinde Lenggries Annette Ehrhart (Telefon: 08042/ 5008-171 oder annette.ehrhart@hvmzm.de).